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Vergleich zwischen iMac und PC
30.04.2008


Apple hat mit dem Vorurteil zu kämpfen, die Rechner wären teurer im Vergleich zu "normalen" PCs. Seit im Mac nun Intel CPUs im Einsatz sind, ist allerdings der direkte Vergleich mit den Rechnern anderer Hersteller möglich. Ich möchte in diesem Artikel einen kleinen Vergleich zwischen den aktuellen iMac Modellen 20' und 24', einem Dell XPS 420, einem Dell Inspiron 530 und einem Selbstbau-Rechner anstellen und die Kosten vergleichen. Alle drei Rechner spielen dabei ungefähr in derselben Leistungsliga. Der Inspiron 530 eher in der des kleinen 20' iMacs, der XPS 420 eher in der des 24' iMacs mit gehobener Ausstattung. Aus einigen Gründen auf die ich in diesem Artikel noch eingehen werde möchte ich hier nicht aktuelle Medion Rechner oder "Deutschland-PCs" von FSC vergleichen.

Es kann sich durchaus lohnen einen Apple Rechner zu kaufen, ohne OS X als primäres System zu nutzen. BootCamp (wird zum installieren von Windows benötigt) ist seid dem Erscheinen von Mac OS X 10.5 "Leopard" mit dabei. Für Apple Rechner spricht einiges: Zunächst fällt ein, von den grauen "Stangen-PCs", stark abweichendes Design auf, wobei man sich über Geschmack natürlich streiten kann. Ein weiterer wichtiger Punkt ist die Qualität der verbauten Hardwarekomponenten und der Gehäuse. Apple verwendet durchgängig hochwertige Komponenten, auch z. B. die Belüftung und Kühlung der Hardware ist ausreichend Dimensioniert, was bei Aldi-Rechnern oder anderen Konsumer-PCs nicht immer der Fall ist (vgl. z. B. c't 09/2007 S. 68 ff. "Deutschland-PC 9" oder auch c't 8/2008 S. 74 ff "Deutschland-PC 10"). Auch aus diesem Grund ziehe ich zum Vergleich keinen billig Rechner von Medion oder FSC heran, sondern einen Dell. Als Vergleich wären auch Rechner von z. B. IBM/Lenovo oder HP in Frage gekommen.

Ich möchte hier deutlich hervorheben, dass solche Rechner weniger für den Pfennigfuchsenden Privatanwender denn für den längerfristig denkenden und planenden Firmenanwender konzipiert sind. Dass es Rechner mit annähernd gleicher Performance auch für viel weniger Geld gibt ist mir bekannt.

Hier liegt auch der Grund, warum ich die Preise beim Selbstbau-Rechner eher hoch angesetzt habe: Für das Netzteil habe ich 55€ veranschlagt, obwohl es ausreichend Leistung auch für weniger Geld gibt. Allerdings sind hier oft qualitativ schlechtere Komponenten verbaut und die Lüfter laut. Das Selbe gilt für das Gehäuse - hier habe ich einen hohen Preis, 90€, veranschlagt. Midi-Tower gibt es auch für ein drittel dieses Preises, allerdings sind oft nicht ausreichen Belüftungsmöglichkeiten vorhanden und die Verarbeitungsqualität ist in dieser Preisklasse sehr schlecht. Natürlich können die Preise je nach dem welche Komponenten man wählt sehr stark variieren - wer ein aufwendig mit Heatpipes bestücktes Mainboard möchte wird mit den veranschlagten 75€ nicht auskommen. Die anderen Preise entsprechen den im 24' iMac enthalten Komponenten und bilden einen Schnitt der auf Preisvergleichsseiten angegebenen Preise.
Ich habe willkürlich den günstigeren 20' iMac und den 24' iMac mit den BTOs 500Gb Festplatte und nVidia GeForce 8800GS herausgepickt.


iMac 20' "klein"
iMac 24' "BTO"
Dell Inspiron 530
Dell XPS 420 Selbstbau
CPU 2,4 Ghz Core 2 Duo 6mb L2 Cache
2,8 Ghz Core 2 Duo 6mb L2 Cache
2,66 Ghz E8200, 6mb L2 Cache
3,16 Ghz E8500, 6mb L2 Cache
 180,00  €
RAM 1Gb SO-DIMM 800 2Gb SO-DIMM 800
3Gb
2Gb  45,00  €
GraKa ATI R. HD 2400 XT 128mb nVidia GF 8800GS 512mb
ATI R. HD 2600 XT 256mb
GeForce 8600GTS 256mb  85,00  €
NIC Intel Gbit Intel Gbit 1000MBit 1000MBit  onBoard
WLAN draft-n draft-n -
-  -
BT 2.0+EDR 2.0+EDR -
-  -
HDD 250Gb 500Gb
500Gb
500Gb  80,00  €
Opt. LW 8x Dual Layer Brenner 8x Dual Layer Brenner 16x Dual Layer Brenner 16x Dual Layer Brenner  29,00  €
Display 20'
1680x1050
-
260€, Dell E207WFP 260€, Dell E207WFP
0,00  €
Display 24'
-
1920x1200
429,99€, Dell E248WFP 429,99€, Dell E248WFP

Fernbedienung AppleRemote AppleRemote -
40€ Option mit TV-Karte
 -
Kamera iSight iSight -
-  -
USB 3x
3x
x
x  x
FW400/800 x/x
x/x
-
-  x
Gehäuse komplett komplett x
x  90,00  €
Netzteil intern intern intern intern  55,00  €
Tastatur/Maus x x
x
x  50,00  €
Mainboard x x
x
x  75,00  €

 999,00  € 1759,00 € 39€ Versand + 559,00  € + Display
 39€ Versand + 939,00  € + Display  689,00  € + Display


Der Vergleich zeigt, dass die Apple-Rechner ein wenig teurer sind als die Vergleichsrechner. Allerdings sind folgende Punkte in diese Bewertung noch nicht mit einbezogen:

  • Der iMac vereint Rechner und Monitor in einem Gehäuse. Das spart nicht nur sehr viel Platz unter dem Schreibtisch sondern reduziert auch den Kabelsalat auf ein Minimum. Hat man Bluetooth Tastatur/Maus und Netzwerk über WLAN bleibt nur noch das Stromkabel übrig.
  • sehr geringe Lautstärke, laut c't 21/2006 S. 134 nur 0,3 Sone bei Volllast
  • Dem Apple liegt die auf "Apple Remote" getaufte Fernbedienung bei, mit der Problemlos iTunes oder "Front Row" bedient werden kann
  • Der iMac hat eine eingebaute iSight Webcam die zu den Vergleichsrechner extra dazu gekauft werden müsste, was nicht nur Geld kostet, sondern ein zusätzliches Kabel erfordert und nicht so schön integriert ist
  • Ein internes Bluetooth Modul bietet der iMac serienmäßig, beim Selbstbaurechner kann ein Mainboard gewählt werden mit diesem Feature, der Dell lässt sich nur per USB-Stick aufrüsten, das Selbe gilt für eine WLAN-Karte
  • Wiederverkaufswert: Apple-Rechner lassen sich sehr gut verkaufen. Der Wertverlust ist äußerst gering, wer will kann sich auf eBay überzeugen

  • Ein paar kleine Nachteile hat der Apple Rechner allerdings auch:

  • eingeschränkte Erweiterbarkeit: Festplatte lässt sich tauschen, zwei Festplatten sind nicht möglich. Es gibt nur zwei RAM Steckplätze: beim aufrüsten muss der alte RAM also entfernt werden und ist dann übrig. Leider sind bisher auch nur 4Gb RAM möglich da es keine einzelmodule mit 4Gb in der SO-DIMM Bauform gibt.
  • Die Aufpreispolitik ist wenig nachvollziehbar - wer statt 1Gb 2GB möchte muss beim kleinsten iMac 80€ Aufpreis zahlen. Für den Sprung von 2 auf 4Gb werden 160€ fällig. Bei Straßenpreisen von weniger als 80€ für 4Gb Speicher sind diese Preise kaum nachvollziehbar.
  • Leider bietet Apple nur 1 Jahr Garantie - wer mehr möchte muss tief in die Tasch greifen. 219€ kostet die Erweiterung auf drei Jahre - einen Vor-Ort Service oder eine Garantie auf Austausch/Reperatur innerhalb von 24h bekommt man auch dann nicht.
  • Derzeit bietet Apple den iMac nur mit verspiegelten "Glossy"-Display an. Je nach Arbeitsumgebung und Anwendungsbereich kann das als störend empfunden werden. Es gibt Benutzer die verspiegelte Display grundsätzlich ablehnen.

  • Fazit: Der Apple iMac kann auch preislich durchaus mit der Konkurrenz mithalten. Der etwas höhere Anschaffungspreis fällt auf die zusätzlichen Features die er gut integriert schon von Haus aus schon mitbringt (iSight, Apple Remote, etc.). Wird der geringe Wertverlust in der Rechnung beachtet ist der iMac allerdings ein sehr lohnende Investition, auch wenn die Extra-Features keine Anwendung finden. An dieser Stelle sei auch noch erwähnt, dass Schüler und Studenten im Eduation Store Rabatte bekommen. Der kleine 20' iMac ist dann schon für unter 940€ zu haben, den 24' bekommt man für rund 1500€. Manche Universitäten haben auch extra Verträge und bekommen noch bessere Konditionen für ihre Studenten.



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